Aufruf

Am 9. November 1938 brannte auch die Synagoge in Bad Cannstatt. SA-Horden überfielen jüdische Geschäfte, drangen in Wohnungen ein, terrorisierten und verschleppten jüdische Bürger. Diese „Reichskristallnacht“ war der Vorbote des Holocaust, des rassistischen Völkermordes an sechs Millionen Juden.

Dieser Tag war eine Station auf dem Weg zur Vernichtung der europäischen Juden. Der Rauch der brennenden Synagogen ging dem Rauch von verbrannten Menschen aus dem Krematorium von Auschwitz voraus.

Dieser Tag kündete aber auch den kommenden barbarischen Vernichtungskrieg an. Mit dem Pogrom sollte getestet werden, inwieweit die Bevölkerung kriegsbereit ist und Raub, Brandschatzung und Mord hinnimmt.

Über 60 Millionen Menschen starben danach auf den Schlachtfeldern, in den Städten und den Kzs mit ihren Gaskammern. Die halbe Welt war verwüstet. Aber eine Gruppe von Konzernen hatte sich an Krieg und Holocaust bereichert. Zum Beispiel Daimler Benz: Der Konzernumsatz wuchs von 65 Mio. Reichsmark im Jahr 1932 auf 942 Mio. Reichsmark im Jahr 1943.

Im Jahr 2010 suchen die Herrschenden wieder nach Sündenböcken, um davon abzulenken, dass die Armen und die Arbeitenden die folgen der Wirtschaftskrise zahlen sollen. Die Hetze vom ehemaligen Bundesbank-Manager Sarazzin gegen Muslime und Juden ist ein aktuelles Beispiel dafür. Das hilft den Neonazis bei ihrer Propaganda und ihren gewalttätigen und mörderischen Übergriffen. Die Umwandlung der Bundeswehr in eine Interventionsarmee und ihre Auslandseinsätze, sind Ausdruck davon, dass die Profitinteressen der deutschen Konzerne wieder mit Waffengewalt in aller Welt durchgesetzt werden.

Der 9. November ist für uns deshalb Anlass, um an die Verbrechen des Faschismus zu erinnern und gegen wachsenden Rassismus, Neofaschismus und Militarisierung aufzustehen.

Wir fordern:

  • Rassisten und Neonazis stoppen – NPD verbieten
  • Rassismus und Faschismus den Nährboden entziehen – gegen Sozialabbau und Arbeitsplatzvernichtung
  • Gleiche Rechte für alle hier lebenden Menschen
  • Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan und allen anderen Ländern
  • Einrichtung einer NS-Gedenk- und Dokumentationsstätted im Hotel Silber, der ehemaligen Stuttgarter Gestapo-Zentrale

Kundgebung am 9.11.2010 18.00 Uhr

Vor der ehemaligen Synagoge Bad Cannstatt

König-Karl-Straße zwischen Wilhelmsplatz und Daimler-Platz


Zur Kundgebung rufen auf:

DKP Bad Cannstatt, Die Linke Bad Cannstatt, VVN-BdA

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